Was beim Schreiben ein Herzensprojekt ist, kann bei der Veröffentlichung zur Stolperfalle werden – wenn du ohne Lektorat veröffentlichen willst. Denn so sehr du deine Geschichte liebst, so viel Herzblut, Mut und Ausdauer du hineingesteckt hast – ohne den professionellen Blick von außen riskierst du, dass dein Buch nicht sein volles Potenzial entfaltet. Dass du nicht die Leser:innen erreichst, für die es gedacht ist. Und dass du dir damit selbst den Weg verbaust – oft ganz ungewollt.

Ich weiß, dass ein Lektorat Geld kostet. Und ja, es fühlt sich manchmal wie ein zusätzlicher Berg an, wenn man nach dem letzten Satz endlich „fertig!“ rufen will. Aber: Ohne Lektorat verlierst du nicht nur handwerkliche Qualität – du verschenkst vielleicht auch Vertrauen, Leserbindung, wertvolles Feedback und die Chance, dich weiterzuentwickeln.

Du willst, dass dein Roman Leserherzen gewinnt – statt auf Ablehnung zu stoßen? Dann lass uns gemeinsam dran feilen.

1. Ohne Lektorat riskierst du, dein Herzensprojekt zu beschädigen

Manche Romane sind mehr als nur Geschichten – sie sind persönlich und in ihnen steckt ganz viel Herzblut. Vielleicht ist es dein erstes Buch und du hast jahrelang neben deinem Vollzeitjob daran gearbeitet, Nachtschichten eingelegt und dich immer wieder angetrieben, nicht aufzugeben. Vielleicht hast du monatelang mit dir gerungen, ob du dich trauen sollst, in die Sichtbarkeit zu gehen und deine Geschichte endlich zu veröffentlichen. Vielleicht steckt ein Lebensthema, ein Trauma oder ein echtes Anliegen dahinter.

Wenn so ein Text handwerklich unausgegoren bleibt, weil du ohne Lektorat veröffentlichen willst, kann dies zu einem Tiefschlag für dein Herzensprojekt werden: Es bekommt nicht die Anerkennung, die es verdient hätte. Und auch du bekommst als Autor:in nicht die Rückmeldungen, die du dir wünscht und die für den weiteren Verlauf deines Autorenlebens wichtig sind. Gerade wenn du noch am Anfang stehst, kann dich die Ablehnung aber nicht nur beruflich, sondern auch emotional treffen. Dann bist du unendlich enttäuscht, schämst dich möglicherweise – und verlierst den Mut für dein nächstes Projekt.

2. Du präsentierst dich nicht als professioneller Autor

Selfpublishing ist heute kein „Plan B“ mehr, weil es beim Verlag nicht geklappt hat – es ist ein eigenständiger, höchst professioneller Weg, den viele ganz bewusst einschlagen. Aber die Zeiten, in denen du mit selbst zusammengebauten Covern oder schnell heruntergeschriebenem Plot die Bestsellerlisten erobern kannst, sind lange vorbei. Leser:innen, Buchblogger:innen und Branchenakteur:innen erwarten von selbst verlegten Büchern mittlerweile dasselbe Niveau wie bei Verlagsbüchern.

Ein Roman ohne Lektorat wirkt schnell amateurhaft, weil in den meisten Fällen noch viele Fehler und Ungereimtheiten drin sind. Was übrigens ganz normal ist, denn beim Schreiben wird man irgendwann automatisch betriebsblind für seine eigene Geschichte. Das lässt sich nicht vermeiden. Deshalb ist der Blick von außen so wichtig. Testlesende sind da auch schon Gold wert, aber ein Lektorat ist viel intensiver und gibt auch professionelle Rückmeldung zu Marktfähigkeit, Zielgruppentauglichkeit und Genrekonventionen.

Wenn du dein Buch ohne Lektorat veröffentlichen willst, kann es schnell amateurhaft wirken und das überträgt sich unweigerlich auf dein gesamtes Auftreten: Social Media, Website, Marketing, Autorenprofil. Dann wirst du nicht als professionelle:r Autor:in wahrgenommen – selbst wenn du ernsthaft arbeitest. Die Folge: Deine Positionierung als Expert:in für deine Geschichten wird geschwächt.

3. Du bekommst negative Rezensionen, die vermeidbar gewesen wären

Rezensionen sind die Währung schlechthin für Autor:innen. Kriegst du viele gute – verkauft sich dein Buch deutlich besser. Kriegst du viele schlechte, verkauft sich dein Buch mies oder gar nicht. Das Problem: Rezensionen im Netz verschwinden nicht einfach. Wenn du auf Amazon oder anderen Plattformen mehr 1-Sterne als 4- oder 5-Sterne-Bewertungen hast, weil es in deinem Buch vor Fehler wimmelt oder deine Charaktere unlogisch handeln, dann stehen die da für immer. Das ist der Tod für dein Buch. Ein Buch, an dem du vielleicht jahrelang gearbeitet hast.

Ein professionelles Lektorat verhindert natürlich nicht alle Kritik – aber reduziert die häufigsten Anfängerfehler, die sich sonst gnadenlos in Rezensionen niederschlagen: „Die Geschichte hatte Potenzial, aber war langweilig erzählt.“ „Unrealistische Charaktere.“ „Zu viele Logikfehler.“ Schon ein einziger Lektoratsdurchgang kann viele solcher Kommentare im Keim ersticken – und damit dein Buch besser platzieren und verkaufen. (Hier findest du weitere Gründe, die für ein Lektorat sprechen)

Romanautorin Anna Carlé signiert ihren Roman "Leuchtturm der vergessenen Wünsche" in der Offenburger Buchhandlung.
Wenn du in ein Lektorat investierst, erhöhst du die Chance um ein Vielfaches, dass dein Buch in der Buchhandlung landet.

4. Du erreichst nicht die Leser, für die dein Roman gedacht ist

„Mein Buch lässt sich in keine Kategorie einordnen. Es ist eine Mischung aus Thriller, Liebesgeschichte und ein paar Fabelwesen kommen auch vor.“ So oder so ähnliche Beschreibungen habe ich schon viele gehört. Klar, es fühlt sich natürlich viel besser an, zu sagen, „mein Buch kann jeder lesen, egal, wie alt“ als „mein Buch ist für Mädchen zwischen 14 und 16, die auf Drachen stehen und sich für zarte Liebesgeschichten interessieren“. Vor allem Schreibanfänger haben noch kein Gefühl für ihr Genre und packen alles Mögliche in ihre Geschichte, weil sie sich nicht festlegen wollen, oder noch nicht wissen, wie man sich festlegt. Aber du kannst nicht für jeden schreiben und alle Genres gleichzeitig bedienen. Wenn du das probierst, erreichst du niemanden.

Wenn du dein Buch verkaufen und eine breite Leserschaft erreichen möchtest, dann darfst du es auch als Produkt betrachten, an das bestimmte Erwartungen geknüpft sind. Wenn du alles Mögliche reinbringst, dann bringst du die Lesererwartungen durcheinander. Stell dir vor, jemand möchte einen Liebesroman kaufen und lesen möchte und du weckst mit deinem Cover und dem Klappentext genau diese Erwartung: Liebesroman. Dann solltest du dein Versprechen halten, und keinen Krimi liefern, bei dem zwar eine Liebesgeschichte eine Rolle spielt, aber eigentlich die Auflösung eines Verbrechens im Vordergrund steht. Denn sonst klappt deine Leserschaft dein Buch enttäuscht zu. Du kannst nicht für jeden schreiben und alle Genres bedienen, und das ist auch nicht empfehlenswert.

Im Lektorat wird nicht nur auf Logik und Figurenentwicklung geachtet, sondern auch darauf, ob du mit deinem gewählten Genre wirklich die Leserschaft erreichst, die du erreichen möchtest. Denn: Je klarer du ein Genre bedienst, desto eher wird es die Erwartungen deiner Leserschaft erfüllen und du wirst tolle Rezis bekommen. Ohne sauberes Lektorat fehlt dir gerade am Anfang deines Autor:innenlebens oft die sprachliche oder handwerkliche Klarheit, die nötig ist, um genau deine Zielgruppe zu berühren. Vielleicht ist dein Ton noch zu ungenau, die Ansprache unscharf, der Erzählstil nicht zielgerichtet oder es fehlen die wichtigen Schlüsselszenen, auf deine Wunschleserschaft sich so freut. Dann verfehlst du genau die Menschen, die dein Buch am meisten gebraucht hätten.

5. Ohne Lektorat veröffentlichen: Du verlierst Vertrauen – langfristig

Wenn Leser:innen ein Buch abbrechen, das handwerklich und sprachlich nicht überzeugt, erinnern sie sich später daran. Vielleicht nicht bewusst – aber dein Name oder dein Buchtitel kann auch unbewusst hängen bleiben. Beim nächsten Buch greifen sie dann lieber zu jemand anderem, weil sie keine guten Erinnerungen an das Buch haben, das sie von dir mal gelesen haben.

Dasselbe gilt für Blogger:innen und Literaturkritiker:innen. Auch sie werden sich möglicherweise an dich erinnern, wenn du ihnen das zweite Buch unterbreitest und lehnen dankend ab, weil sie noch wissen, dass ihnen die Lektüre des Buches davor keinen Spaß gemacht hat. Ohne Lektorat schmälerst du dir selbst den Weg in die professionelle Wahrnehmung – weil du am falschen Ende gespart hast.

Mit einem Lektorat bekommst du die Chance, dein Buch so gut zu machen, dass dies eben nicht passiert. Natürlich ist es keine Bestseller-Garantie, aber es macht dich auf grundlegende handwerkliche und stilistische Baustellen aufmerksam und du bekommst die Chance nachzubessern und deine Geschichte richtig großartig zu machen.

6. Du entwickelst dich als Autor nicht weiter

Ich kann nicht zählen, was ich durch Lektorate schon gelernt habe. Für mich war professionelles Feedback in dieser Form jedes Mal ein absoluter Gamechanger. Kein Mensch wird sich so intensiv mit deinem Roman auseinandersetzen wie deine Lektorin oder dein Lektor. Kein Testleser dieser Welt wird dir so fundiertes und hilfreiches Feedback geben können. Denn Lektor:innen sind Profis mit Erfahrung und einem geschulten Blick für Handwerk, Marktfähigkeit und Zielgruppe. Das ist deine Chance, dich künstlerisch weiterzuentwickeln.

Im Grunde ist ein Lektorat ein riesiges 1:1-Coaching, das dich genau da abholt, wo du in deinem Autorenleben gerade stehst. Ein Lektorat zeigt dir nicht nur, was nicht funktioniert, sondern warum. Dadurch wächst du schneller – handwerklich und erzählerisch. (Wenn du wissen möchtest, wie ein zweistufiges Lektorat funktioniert, lies hier!)

Wenn du deine Bücher ohne professionelles Feedback durch ein Lektorat veröffentlichst, kannst du dich nur schwer weiterentwickeln und dein Schreiben nicht wirklich voranbringen. Denn wenn dir keiner sagt, was du optimieren kannst, wie sollst du dann wissen, an welcher Schraube du drehen sollst, wenn sich deine Bücher nicht verkaufen? Ohne Lektorat läufst du Gefahr, deine Schwächen unbewusst zu wiederholen – von Buch zu Buch, ohne, dass eine Entwicklung stattfindet. Du bleibst unter deinen Möglichkeiten, obwohl dein Potenzial viel größer wäre.

7. Du gewinnst kein Vertrauen in Feedback

Wenn du ein ungefiltertes Manuskript veröffentlichst, riskierst du, unstrukturiertes, oft hartes Leserfeedback zu bekommen. Und das kann richtig weh tun. Wir Autoren neigen ohnehin schon zu Selbstzweifeln und fragen uns oft, ob das, was wir da zu Papier gebracht haben, überhaupt jemand lesen möchte. Und wenn du dann mit hartem Feedback konfrontiert wirst, werden deine Zweifel immer größer. Denn dir fehlt die professionelle Einordnung und du weißt in einem solchen Fall nicht: Was liegt an mir, was am Text? Ein Albtraum! Konsequenz: Du bist total verunsichert – und verlierst vielleicht den Mut, das nächste Buch zu schreiben.

Du willst, dass dein Roman Leserherzen gewinnt – statt auf Ablehnung zu stoßen? Dann lass uns gemeinsam dran feilen.