Last Updated on 25. Oktober 2026 by Christine
„Wo hakt es bei dir am meisten und welches Angebot wünschst du dir von mir?“ Diese Umfrage unter Romanautor:innen habe ich im September 2026 anonym in meiner Newsletter-Community gestartet. Die Resonanz war großartig: Zusammengekommen sind 42 Antworten von Romanautor:innen, die gerade mitten in ihrem Projekt stecken. Das ist natürlich nicht im wissenschaftlichen Sinne repräsentativ, aber es ist ein ehrliches Stimmungsbild aus meiner Bubble.
Wenn ich mir die Antworten anschaue, bleibe ich immer wieder an derselben Stelle hängen. Denn ein Thema zieht sich durch wie ein roter Faden: Ich weiß nicht, ob mein Manuskript gut genug ist. Das hat mich ziemlich berührt, denn ich kenne diesen Satz so gut. Nicht nur von den Autor:innen, die ich als Lektorin und Buchcoach begleite, sondern auch von mir selbst. Die Umfrage-Antworten haben mich so beschäftigt, dass ich daraus etwas Neues entwickelt habe. Was das ist, verrate ich am Ende des Blogartikels. Vorher teile ich mit dir die drei Erkenntnisse, die mir am meisten im Kopf geblieben sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Die häufigste Sorge in meiner Umfrage: „Ich weiß nicht, ob mein Manuskript reif und gut genug ist“, rund jede fünfte Antwort.
- Gut jede vierte Person wünscht sich einen ehrlichen Profi-Blick auf den eigenen Text.
- Mehr als die Hälfte wünscht sich Orientierung oder eine offene Sprechstunde, weit vor dem kompletten Lektorat.
- Der Preis ist für viele die größte Bremse, besonders beim Debüt.
- Meine Konsequenz: die Storyshake-Sprechstunde, ein bezahlbarer Einstieg für Fragen zum eigenen Romanprojekt.
Erkenntnis 1: Die größte Sorge ist der Zweifel, nicht das Handwerk
Meine erste Frage war: „Wo hakt's bei dir gerade am meisten?“ Das sind die drei häufigsten Antworten gewesen:
- 🔸 Platz 1: „Ich weiß nicht, ob mein Manuskript reif und gut genug ist.“ Rund jede fünfte Antwort lautete so.
- 🔸 Platz 2: Sichtbarkeit und Buchmarketing
- 🔸 Platz 3: „Ich komme beim Überarbeiten nicht weiter.“
Außerdem genannt wurden die konkreten Schritte im Selfpublishing, die Frage, wie es nach der Rohfassung weitergeht, und der Weg zu Verlag oder Agentur. Dazu kamen ganz eigene Antworten: zu viele Ideen und ein Plot, der ständig umgebaut wird. Der Wunsch nach Feedback zum eigenen Stil. Oder eine Buchidee, die bisher nur im Kopf existiert.
Ganz schön bunt, oder? Und trotzdem steckt für mich hinter fast jeder Antwort dieselbe Frage: Bin ich auf dem richtigen Weg?
Besonders persönlich wurde es in den offenen Kommentaren. Ein paar davon möchte ich mit dir teilen (leicht verändert und anonym):
„Ich stehe gerade an der Weggabelung: hinschmeißen oder weitermachen?“
„Ich bin viel zu kritisch mit mir und will, dass alles sofort perfekt ist.“
„Am Ende bist du doch allein und musst dich durchbeißen oder alles lassen.“
Hinter der Frage „Ist mein Roman gut genug?“ steckt für mich oft eine ganz andere. Nämlich: Bin ich gut genug? Woher das kommt, liegt für mich auf der Hand. Denn mit jedem Text, den du aus der Hand gibst, machst du dich ein Stück nackig. Deine Geschichte kommt immer auch aus dem Herzen, selbst wenn sie komplett fiktiv ist. Ein Text ist also nie unabhängig von der Person, die ihn schreibt. Deshalb fühlt sich jede Bewertung so an, als würde jemand dich persönlich bewerten. Letztendlich möchten wir ja alle geliebt werden und Anerkennung bekommen für das, was wir tun.
Ich weiß, wovon ich rede. Als ich mit meinem Roman „Leuchtturm der vergessenen Wünsche“ mit Verlagen in Kontakt war, bekam ich Rückmeldungen, die sich komplett widersprochen haben. Die eine Protagonistin sei zu alt. Die andere zu jung. Das passe nicht zur Zielgruppe. Und zu wenig Romance sei auch drin.
Das Ergebnis: Ich habe meine Geschichte danach nur noch hinterfragt. Jede Szene, jede Figur. Beinahe hätte ich das Gefühl für meine eigene Geschichte verloren und das Manuskript aus dem Fenster geworfen. Gerettet haben mich die Gespräche mit anderen. Irgendwann habe ich beschlossen: Ich gehe meinen eigenen Weg. Nicht den, den andere für mich und meine Geschichte vorgesehen haben.
Eine Antwort aus der Umfrage hat mich deshalb besonders getroffen: „Ich wünsche mir einfach, dass niemand meine Geschichte in eine Schublade zwängt.“ Ja. Genau das. Denn was heißt eigentlich „gut genug“? Es gibt kein Gesetz, das festlegt, woran du deinen Text messen musst. „Gut“ ist immer eine Frage der Perspektive, kein allgemeines Urteil. Für mich ist ein Text zum Beispiel dann gut, wenn er seine Zielgruppe abholt und glücklich macht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Dein Impuls: Wenn du gerade an deinem Roman zweifelst, frag dich als Erstes: Woran mache ich das eigentlich fest? Bist du einfach zu nah dran, weil du jede Szene schon unzählige Male gelesen hast? Oder hakt wirklich etwas im Plot? Je genauer du das benennen kannst, desto kleiner wird der Zweifel.
Erkenntnis 2: Gewünscht ist kein weiterer Tipp, sondern ein Blick auf den eigenen Text
Meine zweite Frage war: „Mal angenommen, du dürftest dir etwas wünschen, ganz gleich, was es kostet: Was würde dir gerade am meisten helfen?“
- 🔸 Platz 1: ein ehrlicher Profi-Blick, der den eigenen Text besser macht. Das wünschte sich gut jede vierte Person.
- 🔸 Platz 2, gleichauf: jemand, dem ich meine konkreten Fragen stellen kann, sobald sie auftauchen, und endlich Gewissheit, ob mein Manuskript gut genug ist.
Außerdem genannt wurden ein klarer Fahrplan, was in welcher Reihenfolge kommt, das Gefühl, mit dem eigenen Buch nicht mehr allein zu sein, und Sicherheit bei der Entscheidung zwischen Verlag und Selfpublishing. Was mir dabei sofort auffiel: Alle Wünsche drehen sich um den eigenen Text und die eigenen Fragen. Allgemeine Tipps gibt es im Internet drölftausend, und viele widersprechen sich auch noch. Was fehlt, ist der Blick auf genau deine Geschichte. Ein Kommentar bringt es auf den Punkt: „Am meisten bringt mir Feedback, das sich wirklich um meinen Text dreht.“
Dein Impuls: Schreib deine drei drängendsten Fragen zu deinem Manuskript auf. Nicht „Wie schreibe ich einen guten Roman?“, sondern ganz konkret: „Trägt mein Mittelteil?“ oder „Ist meine Protagonistin sympathisch genug?“. Allein das bringt oft schon Klarheit.
Erkenntnis 3: Orientierung zählt mehr als das große Komplettpaket
Zum Schluss wollte ich wissen, wofür sich die Teilnehmenden gerade am meisten interessieren:
- 🔸 Platz 1: „Erstmal nur Orientierung: Was mache ich als Nächstes?“
- 🔸 Platz 2: eine offene Lektoratssprechstunde, also eine Gruppe mit Fragen und Antworten
- 🔸 Platz 3: persönliche Begleitung im 1:1
Ein komplettes Lektorat oder ein Exposé-Check landeten deutlich dahinter. Orientierung und Sprechstunde zusammen hatte dagegen mehr als die Hälfte gewählt. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Als Lektorin hätte ich das Lektorat weiter vorn erwartet. Aber wenn ich genauer hinschaue, ergibt es Sinn: Viele stecken gerade mitten in der Rohfassung oder im Überarbeiten. Für ein Lektorat ist es da oft noch zu früh. Was vorher fehlt, ist die Antwort auf die Frage: Wo stehe ich, und was ist mein nächster Schritt? Und das Spannende: Die Sprechstunde wurde von Autor:innen mit ganz unterschiedlichen Baustellen angekreuzt. Von denen, die beim Überarbeiten feststecken, genauso wie von denen, die an Selfpublishing, Exposé oder Sichtbarkeit tüfteln.
In den Kommentaren tauchte noch etwas anderes auf: der Preis. Persönliche Begleitung finden viele toll, aber oft zu teuer. Und gerade beim Debütroman ist die Frage groß, ob ein komplettes Lektorat überhaupt drin ist. „Viele brauchen einfach jemanden, der sie begleitet. Niederschwellig, ohne gleich ein ganzes Lektorat buchen zu müssen.“
Was ich daraus mache: die Storyshake-Sprechstunde
Für mich war nach der Auswertung der Umfrage klar: Wenn sich so viele Orientierung und Antworten auf ihre ganz eigenen Fragen wünschen, ohne gleich ein komplettes Lektorat zu buchen, dann braucht es genau dafür ein Angebot. Deshalb habe ich die Storyshake-Sprechstunde entwickelt: mein Gruppenformat für Romanautor:innen mit Live-Calls und einer Signal-Gruppe, in denen ich Fragen zum eigenen Romanprojekt beantworte. Und weil sie mit echten Stimmen aus meiner Bubble mitgestaltet wurde, zeige ich dir hier mal, was aus den Wünschen geworden ist:

Die Sprechstunde ist für dich, wenn du schon an einem konkreten Romanprojekt arbeitest und Antworten auf deine Fragen brauchst, ohne gleich ein ganzes Lektorat buchen zu müssen. Der Pilot läuft vom 12. November bis 12. Dezember. Es gibt 12 Plätze, und als Teil der ersten Runde bekommst du den Gründungspreis von 59 Euro. Wenn du dabei sein möchtest, klicke hier:
An dieser Stelle auch ein riesiges Dankeschön an alle, die mitgemacht haben. Ohne eure Antworten gäbe es die Sprechstunde nicht. Und jetzt bin ich neugierig: Wo hakt es bei dir gerade? Schreib es mir gern, ich freue mich, von dir zu hören!
Häufige Fragen zur Umfrage unter Romanautor:innen
Was wünschen sich Romanautor:innen am meisten?
In meiner Umfrage wünschte sich gut jede vierte Person einen ehrlichen Profi-Blick auf den eigenen Text. Fast genauso oft kamen der Wunsch nach Antworten auf konkrete Fragen und nach Gewissheit, ob das Manuskript gut genug ist.
Welche Probleme haben Romanautor:innen am häufigsten?
In meiner Umfrage mit 42 Antworten lag die Sorge vorn, ob das eigene Manuskript reif und gut genug ist. Danach folgten Sichtbarkeit und Buchmarketing sowie das Gefühl, beim Überarbeiten nicht weiterzukommen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Lektorat?
Wer noch mitten in der Rohfassung oder Überarbeitung steckt, für den ist ein Lektorat oft noch zu früh. Dann helfen Orientierung und Antworten auf die nächsten Schritte mehr.
Was ist die Storyshake-Sprechstunde?
Ein Gruppenformat mit höchstens 12 Plätzen: zwei Live-Calls und eine Signal-Gruppe für Fragen dazwischen. Der Pilot läuft vom 12. November bis 12. Dezember 2026, der Gründungspreis liegt bei 59 Euro.

Book, book, hurra! Das ist mein Motto als zertifizierte Lektorin, Schreibcoach und Romanautorin. Ich bin davon überzeugt, dass gute Bücher die Welt ein Stückchen besser machen. Deshalb kann es nicht genug davon geben! Seit 2021 helfe ich Autor:innen mit Empathie und Leichtigkeit dabei, Romane zu schreiben, die berühren, mitreißen und im Gedächtnis bleiben. Denn ich möchte, dass noch mehr tolle Geschichten den Weg hinaus aus den Schubladen zu den Menschen finden, glücklich machen und den Alltag vergessen lassen. Wenn ich nicht lektoriere oder coache, schreibe ich selbst Romane und Kurzgeschichten, die von Familienbanden und Freundschaften erzählen, die Geheimnisse und Lügen entlarven und wo Liebe alles verändern kann.
Meine Romane & Kurzgeschichten findest du hier.
Mehr über mich als Lektorin und Romancoach erfährst du hier