2012 war für mich ein klarer Wendepunkt: Da habe ich nach langen Jahren im Journalismus auch das belletristische Schreiben für mich entdeckt. Durch ein Seminar bei dem bekannten Journalisten und Buchautor Christoph Fasel, in dem es um Überschriften und Storytelling ging. Es war genial! Seitdem ist megaviel passiert: Ich habe eine Ausbildung zur Romanautorin gemacht, unzählige Schreibkurse belegt, mehr als zehn Kurzgeschichten und einen Roman veröffentlicht und mich zum Romancoach und zur Lektorin ausbilden lassen. Seit 2021 begleite ich als Coach der Romanschule Autor:innen, 2023 habe ich mein Lektoratsbusiness Storyshake gegründet. In der Zeit habe ich in über 380 Einzel- und Gruppencoachings Autor:innen über die Schulter geschaut, wenn sie an genau den Stellen saßen, an denen du vielleicht auch gerade sitzt. Und – ich habe als Autorin jede Menge eigener Fehler gemacht, gezweifelt und gehadert und bin trotzdem weitergegangen.
In dieser Tipp-Sammlung möchte ich dir davon etwas weitergeben. Denn ich schreibe nicht nur über all diese Dinge, ich bin da selbst durch, mit allem Drum und Dran. Mein absoluter Tiefpunkt: Als ich nach etlichen Rückmeldungen von Verlagen und Agenturen mein Romanmanuskript am liebsten aus dem Fenster geworfen hätte, weil es sich nicht mehr wie meine eigene Geschichte angefühlt hat. Genau aus solchen Momenten, der monatelangen Überarbeitung, dem Durchhalten und aus hunderten Stunden über anderen Manuskripten und Coachings sind diese 99 Tipps entstanden. Das ist kein angelesenes Ratgeberwissen, sondern meine persönliche Erfahrung.
Das Wichtigste in Kürze:
🔅 Ein Roman entsteht in Etappen: schreiben, überarbeiten, Feedback, Lektorat, veröffentlichen, sichtbar werden – am besten in dieser Reihenfolge, nicht alles auf einmal.
🔅 Trenne Schreiben und Überarbeiten: erst die Geschichte ganz runterschreiben, dann in Runden vom Groben zum Feinen.
🔅 Deinen eigenen Text kannst du irgendwann nicht mehr objektiv lesen – dafür brauchst du einen ehrlichen Blick von außen (Testleser:innen und Lektorat).
🔅 KI kann ein Werkzeug sein (Recherche, Plotten), aber sie ersetzt weder deine Stimme noch das menschliche Lektorat.
🔅 Werde früh sichtbar – Newsletter und Community am besten schon Monate vor der Veröffentlichung.
12 Tipps für die Rohfassung: Erst mal alles runterschreiben!
Bevor du an einem einzelnen Satz feilst, muss die Geschichte überhaupt da sein. In dieser Phase ist dein größter Feind nicht der leere Bildschirm, sondern dein innerer Kritiker.
- Fang mitten in einer Szene an, statt deine Leserin erst mit seitenweise Hintergrundwissen zu versorgen. Vor allem beim Romananfang hilft das, aber den schreibt man erfahrungsgemäß sowieso mehrfach neu (und am besten ganz zum Schluss, dann hast du den besten Abstand zu deinem Text).
- Erlaube dir, den schlechtesten ersten Entwurf aller Zeiten zu schreiben – schon Hemingway fand, die erste Fassung sei immer Mist. Ich habe sogar mal mit weißer Schrift auf weißem Dokument geschrieben, nur um mich davon abzuhalten, das Geschriebene direkt wieder zu lesen.
- Glaub mir, das funktioniert: Verhandle mit deinem inneren Kritiker und sag ihm, dass er in der Überarbeitung dran ist. Bring die Geschichte erst mal ganz zu Papier - egal wie.
- Schreib absichtlich schlecht, wenn du blockiert bist – das trickst deinen inneren Zensor aus. (12 Methoden gegen Schreibblockaden)
- Nutze Freewriting, am besten mit einem Stift und einem Blatt Papier: Schreibe fünf, zehn oder fünfzehn Minuten, ohne abzusetzen und ohne dich zu korrigieren. Wenn dir zwischendurch nichts mehr einfällt, kannst du auch "blablabla, jetzt hab ich keine Idee mehr ..." schreiben.
- Erzähl deine Geschichte laut – einer Freundin oder einfach deinem Handy.
- Schreib mal mit Stift und Papier statt am Bildschirm, wenn nichts fließen will.
- Wechsle den Schreibort, wenn deine Gedanken feststecken. Ich gehe sehr gern auch mal ins Café oder in die Stadtbibliothek, wenn ich meinen Schreibtisch zu Hause nicht mehr sehen kann.
- Geh spazieren und notier Geistesblitze sofort. Oder nimm sie als Sprachnachricht mit dem Handy auf. Du wirst sie sonst vergessen, auch wenn du davon überzeugt bist, dass das nicht passiert (geht mir ständig so 😅).
- Bau dir eine Playlist, die zur Stimmung deiner Szene passt. Als ich meinen Roman „Leuchtturm der vergessenen Wünsche" geschrieben habe, hat für mich Filmmusik, zum Beispiel von Hans Zimmer, super funktioniert. Oder Klaviermusik (Yiruma) – es darf nur keiner singen, denn dann höre ich zu statt zu schreiben.
- Wenn der Romananfang dich blockiert, dann schreib einfach zuerst eine Szene aus der Mitte oder eine, die du besonders gut vor Augen hast. Es gibt kein Gesetz, dass du vorne anfangen und linear schreiben musst. (Mehr Methoden für deinen Schreibfluss)
- Sprich beim Schreiben so liebevoll mit dir wie mit einer guten Freundin. Oder wie deine Freundin mit dir sprechen würde. Sie würde dich immer ermutigen und dir nicht sagen, dass du eh nicht schreiben kannst.
11 Tipps für die Überarbeitung: System statt Irrwege im Kreis
Hier stecken die meisten fest: seit Monaten am Überarbeiten und trotzdem das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. Das Gegenmittel heißt System.
- Trenne das Schreiben der Rohfassung klar vom Überarbeiten – das sind zwei völlig verschiedene Arbeitsprozesse. (7 Gründe, Schreiben und Überarbeiten zu trennen)
- Leg dein Manuskript nach der Rohfassung erst einmal für Tage oder Wochen weg – durch den Abstand bekommst du wieder einen frischen Blick für deinen Text.
- Arbeite dich strategisch vom Groben zum Feinen: erst Struktur und Spannungsbogen, dann Sprache und Stil. (9 Tricks fürs Überarbeiten). Ich habe bei meinem Roman als Erstes eine Inhaltszusammenfassung geschrieben und auf Logik und Plotlücken hin geprüft, auch mithilfe von Testleser:innen.
- Nimm dir pro Durchgang nur eine einzige Aufgabe vor – zum Beispiel nur die Dialoge oder nur die Beschreibungen. (so bleibst du beim Überarbeiten motiviert)
- Lies nicht nur einzelne Szenen, sondern gerade auch die Übergänge dazwischen.
- Schau dir deine Hauptfigur von der ersten bis zur letzten Seite an: Welche innere Veränderung macht sie durch?
- Lies dein Manuskript einmal komplett aus der Leserperspektive und frag dich: Was erlebt die Leserin hier gerade?
- Setz dir kleine, erreichbare Etappenziele, anstatt dich mit der Aufgabe „Der ganze Roman muss besser werden" zu stressen.
- Feiere jeden Fortschritt und belohne dich – ich hatte beim Überarbeiten eine ganze Belohnungsliste: ein schön schreibender Stift, Kino, eine gute Flasche Rotwein mit meinem Mann. (meine Belohnungs-Methode)
- Lass dein Manuskript auch zwischen zwei Überarbeitungsrunden immer wieder ein bisschen ruhen.
- Male dir aus, wie großartig es sein wird, wenn dein Roman fertig in der Welt ist. Ich habe mir immer vorgestellt, wie es sein wird, eine Lesung zu halten oder die ersten Rezensionen zu lesen. Diese Visualisierungen haben mich immer wieder neu motiviert.
12 Tipps zu Figuren, Perspektive und "Show, don't tell"
Das sind die Baustellen, die ich im Lektorat immer wieder sehe – und die deinen Text vom „ganz nett" zum „Kopfkino" heben.
- Entscheide dich pro Szene oder Kapitel für genau eine Perspektive und bleib konsequent dabei. (die 5 häufigsten Anfängerfehler). In Manuskripten fällt mir häufig das unmotivierte Hin- und Herspringen zwischen den Figuren auf („head hopping"). Das hat meistens zur Folge, dass Distanz entsteht und die Leser:innen sich nur schwer mit einer Figur verbinden können.
- Zeig nur, was deine Perspektivfigur sieht, denkt, fühlt und hört. Stell dir dabei vor, die Kamera hängt ihr über der Schulter. (7 Fehler, die im Lektorat sofort auffallen)
- Verstreue Informationen häppchenweise, statt sie seitenweise zu erklären (so vermeidest du den Infodump). Im Lektorat sehe ich vor allem am Anfang von Geschichten häufig zu viele Infos, gerne in Form von Rückblenden oder langen Auserklärungen einer Figur, anstatt Handlung und Entscheidungen zu zeigen, aus denen die Leser:innen dann selbst ihre Rückschlüsse ziehen können.
- Pack Infos in Handlung, Dialog oder Konflikt, statt sie zu erklären.
- Frag dich bei jeder Erklärung: Muss die Leserin das JETZT wirklich wissen?
- Werde misstrauisch, wenn dir eine Szene zu leicht von der Hand geht – oft erklärst du dann gerade zu viel.
- Zeig Handlung und Gefühle, statt sie nur zu berichten. Schreibe also nicht „Sie war traurig", sondern sowas wie „Tränen stiegen in ihr hoch und sie wischte mit dem Handrücken über ihre Augen.“
- Mach deine Dialoge durch kleine Gesten, Bewegungen und Handlungen der Figuren dreidimensional und lebensecht. (warum sterile Dialoge auffallen)
- Gib deinen Leser:innen bei jedem Ortswechsel einen kleinen Anker, damit sie nicht die Orientierung verlieren. Das ist vor allem bei Szeneneinstiegen wichtig.
- Schaffe Atmosphäre über Sinnesdetails: Geräusche, Gerüche, Licht. Sinneseindrücke kannst du übrigens supergut bei der Überarbeitung auch nachträglich noch reinschreiben (natürlich nur dort, wo es passt). Da wir Menschen Augentiere sind, ist oft der Sehsinn in Romanen sehr ausgeprägt, schmecken und riechen kommen nicht so häufig vor. Das kannst du aber bewusst ändern.
- Gib deiner Hauptfigur ein klares, konkretes und messbares Ziel. (Anfängerfehler Nr. 3)
- Verbinde die äußere Handlung mit einer inneren Ebene, auf der es der Figur wirklich wehtut.
13 Tipps für Spannung, Tempo und Plot
Ob Liebesroman oder Thriller: Ohne Spannung legt deine Leserin das Buch weg. Diese Hebel halten sie in der Geschichte:
- Bau viele und sich steigernde Hindernisse auf den Weg zum Ziel deiner Figur. (Anfängerfehler Nr. 5: keine Konflikte)
- Lass deine Figuren schwierige Entscheidungen zwischen zwei dramatischen Konsequenzen treffen.
- Erzeuge echtes Tempo über mehrere Stressfaktoren gleichzeitig sowie Countdowns und Deadlines. (actionreiche Szenen schreiben)
- Steigere die Ereignisse stufenweise und verzichte in Actionszenen auf Rückblenden und Zeitsprünge.
- Nutz in schnellen Szenen kurze Sätze statt verschachtelter Konstruktionen.
- Streiche Füllwörter und Passivkonstruktionen.
- Setze auf starke, konkrete Verben – Tempo beginnt beim Verb. (warum das Verb den Unterschied macht). „Er lief langsam" klingt nicht so eingängig wie „er schlich."
- Lies laut, um Wortwiederholungen zu hören, und lass dein Textprogramm nach deinen Lieblings-Wiederholungswörtern suchen.
- Streiche überflüssige Ausrufezeichen in der wörtlichen Rede.
- Auch wenn du Bauchschreiber bist: Nutze einen groben Plot als Fahrplan – ich habe die Erfahrung gemacht, dass er eher befreit, statt einzuschränken. In Coachings und im Lektorat sehe ich immer wieder: Wer nach den ersten 50 Seiten die Orientierung verliert, hat fast nie geplottet. (Was ist ein Plot?)
- Bau Hinweise auf spätere Wendungen schon früh in die Handlung ein.
- Plane besonders bei Krimi, Thriller und Mystery vorher gründlich durch. (Plotten für komplexe Handlungen)
- Setz höchstens ein bis zwei gut platzierte falsche Fährten und löse sie am Ende glaubwürdig auf. (Red Herrings richtig einsetzen)
7 Tipps für Feedback und Testleser:innen
Du kannst dein eigenes Manuskript irgendwann nicht mehr objektiv lesen. Das ist normal! Dann ist es Zeit, andere ranzulassen – aber die richtigen.
- Wähl deine Testleser:innen bewusst nach ihren jeweiligen Stärken aus, statt einfach zu fragen, wer Zeit hat. Tante Erna, die mal gut in Deutsch war, ist nicht unbedingt die Richtige.
- Such dir wohlwollend-kritische Schreibkolleg:innen als Feedbackgeber:innen. Ich habe immer gern mit einer ungeraden Anzahl von Testleser:innen gearbeitet, denn wenn zwei derselben Meinung waren, dann wusste ich: Das ist nicht nur Geschmacksache.
- Gib Testlesenden konkrete Fragen mit, statt nur „Wie fandst du's?" Ich habe meine Testleser:innen zum Beispiel gefragt: Wo haben dir Informationen gefehlt? Handelt die Hauptfigur emotional glaubwürdig?
- Nimm konstruktives Feedback ernst, auch wenn es im ersten Moment wehtut: Nach den Rückmeldungen meiner Testleser:innen habe ich zwei Drittel von „Leuchtturm der vergessenen Wünsche" umgeschrieben – und hätte das Manuskript um ein Haar aus dem Fenster geworfen. (alle Tipps zu meinem Selfpublishing-Debüt)
- Prüfe, ob eine Rückmeldung konkret und vor allem konstruktiv ist oder nur aus dem Bauch kommt – danach richtet sich, wie viel sie wert ist. Anmerkungen wie „Das kannst du besser" oder „Hier ist es langweilig" kannst du getrost ignorieren.
- Schließ dich Schreibgruppen an – ich habe seit Jahren meine Schreibbuddys und wir tauschen uns regelmäßig aus, das ist Gold wert. Gefunden habe ich sie übrigens in Schreibkursen (warum Schreibbuddys helfen).
- Hol dir professionelles Feedback dazu, sobald deine eigene Überarbeitung an ihre Grenzen kommt. Selbst ich als Lektorin brauche ein Lektorat für meine Texte, denn wenn ich tief in der Geschichte stecke, werde ich wie jeder andere betriebslind.
14 Tipps zum Lektorat: der ehrliche Blick von außen
Das ist mein Herzensthema. Denn: Ein gutes Lektorat zerstört deine Geschichte nicht – es legt frei, was schon in ihr steckt.
- Ein Lektorat ist kein Korrektorat. Im Lektorat geht es um Dramaturgie, Struktur, Logik und Figuren, im Korrektorat um Grammatik, Zeichensetzung, Schreibweisen oder Rechtschreibung. (Was macht ein Lektorat?)
- Sieh ein Lektorat als Investition in dich als Autor:in und als Coaching für deine Weiterentwicklung, nicht als lästigen Kostenpunkt. Ich kann gar nicht zählen, was ich selbst durch Lektorate gelernt habe – für mich war das jedes Mal ein echter Gamechanger. Und das, obwohl ich selbst Lektorin bin (wie ein Lektorat Zeit, Geld und Nerven spart).
- Hab keine Angst davor, dass ein Lektorat deinen Stil kaputtmacht. Bei einem guten, professionellen Lektorat behältst du immer das letzte Wort über deinen Text. (die 7 größten Lektorats-Mythen)
- Erwarte kein Bestseller-Versprechen und keine 100-prozentige Fehlerfreiheit – beides wäre unseriös. (Mythos Fehlerfreiheit)
- Achte darauf, dass deine Lektorin dein Genre kennt. (9 Merkmale eines guten Probelektorats)
- Gutes Feedback ist konkret, respektvoll und mitdenkend. (So erkennst du ein gutes Probelektorat)
- Such über das Verzeichnis des Verbandes der freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) nach der für dich passenden Person und achte auf Transparenz auf der Website deiner Wunschlektorin. (So findest du eine passende Lektorin)
- Misstraue Dumping-Preisen weit unter dem Marktstandard. Es ist normal, dass eine Normseite im Lektorat zwischen 6 und 8 Euro kostet. Du kannst davon ausgehen, dass ein gutes Lektorat im Schnitt 8 bis 10 Seiten in der Stunde schafft.
- Fordere ein Probelektorat an, bevor du das ganze Manuskript buchst. (Gutes Probelektorat: 9 Merkmale)
- Lass dir ein schriftliches Angebot geben und stell vorher alle Fragen, die du hast. (19 Dinge, die ein gutes Lektorat ausmachen)
- Überleg dir ein zweistufiges Lektorat – erst Inhalt, dann Stil, wenn du wirklich viele Leser:innen erreichen willst. (Was ist ein zweistufiges Lektorat?)
- Wähl im Zweifel zuerst das Inhaltslektorat: Struktur kommt vor Feinschliff. (Inhaltslektorat oder Stillektorat?)
- Buche nach dem Lektorat noch ein separates Korrektorat für den letzten Schliff.
- Vergiss nicht, dass du deinen eigenen Bedarf nur sehr schwer beurteilen kannst – dafür bist du viel zu nah an deinem Text. (warum du deinen Bedarf schwer einschätzt)
6 Tipps zu KI und dein Roman: Als Werkzeug okay, als Ersatz nein
Laut der Selfpublisher-Umfrage 2026 des Selfpublisher-Verbands (nicht repräsentativ, aber ein guter Stimmungsmesser der Branche) nutzen zwar 61 Prozent der Selfpublisher:innen im deutschsprachigen Raum inzwischen KI-Tools – aber nur 17 Prozent würden ihr Lektorat einer KI überlassen. Meine Haltung dazu wächst, je länger ich darüber nachdenke. Als Werkzeug für Recherche oder einen festgefahrenen Moment finde ich KI okay. Aber was meinen eigenen Roman gerettet hat, als ich an allem gezweifelt habe und kurz davor war, aufzugeben, war keine clevere Plotlösung aus dem Rechner. Es war eine liebe Autorenkollegin und Freundin, die mir ihre Zeit geschenkt, Plotlöcher mit mir durchdacht und an mein Buch geglaubt hat. Ohne diesen Austausch gäbe es „Leuchtturm der vergessenen Wünsche" heute nicht. Dieses Gesehenwerden kann dir meiner Ansicht nach keine KI der Welt geben – sie rechnet Wahrscheinlichkeiten aus, aber sie glaubt nicht an dich. Deshalb:
- Nutze KI als Werkzeug, aber nicht als Ersatz – für Recherche, festgefahrene Momente, das Aufspüren von Wortwiederholungen oder eine erste Rechtschreibprüfung kann sie dir helfen.
- Lass die Frage, ob deine Geschichte emotional trägt, nicht von einer KI beantworten – das können meiner Ansicht nach bis heute nur echte Leser:innen.
- Verlass dich bei Struktur, Dramaturgie und dem großen Ganzen nicht komplett auf KI, sondern hinterfrage alle Vorschläge und hol dir einen menschlichen Blick von außen.
- Prüf jeden KI-Vorschlag selbst und übernimm ihn nicht blind – so bleibst du die Autorin deines Textes.
- Sei vorsichtig, wenn du dein unveröffentlichtes Manuskript in KI-Tools kippst – Datenschutz und Trainingsdaten sind ein echtes Thema.
- Wenn dein Text glatt, aber seltsam seelenlos klingt („nach KI"), ist das genau der Moment für ein menschliches Lektorat.
Veröffentlichung: 11 Tipps zu Angst, Timing und Exposé
Jetzt wird's ernst – und emotional. Die Angst vor der Veröffentlichung kenne ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Selten habe ich so eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebt, wie rund um den Erscheinungstermin meines Romans.
- Die Angst vor der Veröffentlichung ist völlig normal, nimm sie als gutes Zeichen. (Angst vor der Veröffentlichung: 5 Schritte)
- Trenne dein Buch von deiner Identität: Kritik an deinem Roman ist keine Kritik an dir. (Buch und Identität trennen)
- Definiere deinen eigenen Erfolg, statt dich an abstrakten Verkaufszahlen zu messen – für mich war schon die Entscheidung, es im Selfpublishing durchzuziehen, ein riesiger Erfolg.
- Akzeptiere, dass dein Roman nie zu 100 Prozent „fertig" sein wird.
- Hör mit dem Überarbeiten auf, sobald du nur noch Dinge hin- und heränderst.
- Setze dir ein konkretes Veröffentlichungsdatum und kündige es mindestens einer Person an.
- Ignoriere destruktive Kritik und nutze nur die konstruktiven Rückmeldungen. Ich weiß, das ist nicht einfach, aber destruktive Kritik gehört nur dem Absender.
- Verdichte deine Romanhandlung fürs Exposé auf zwei bis drei Seiten und bleib insgesamt bei maximal fünf Normseiten. (was in ein Verkaufsexposé gehört)
- Schreib Pitch, Kurzzusammenfassung und Vita – auch als Selfpublisher:in. (brauche ich als Selfpublisherin ein Exposé?)
- Erkundige dich bei jedem Verlag und jeder Agentur nach den konkreten Anforderungen und halte dich genau daran.
- Bringe dein Manuskript erst in Ruhe zu Ende und durch eine Testleser:innen-Runde, bevor du dich an Verlage wendest. Auch da gehört Nervosität zum Geschäft. Ich habe in meinen ersten Jahren in der Buchbubble etliche Exposés verschickt und war jedes Mal nervös beim Klick auf „Absenden". Vermutlich hört das auch nie auf.
13 Tipps für Sichtbarkeit und Buchmarketing ohne Bauchweh
Der beste Roman nützt nichts, wenn niemand von ihm weiß. Und nein, du musst dafür nicht den ganzen Tag auf Social Media tanzen.
- Werde mindestens sechs Monate vor dem Erscheinen sichtbar. (21 Tipps fürs Selfpublishing-Debüt)
- Definiere deine Zielgruppe so konkret wie möglich – wenn du für alle schreiben willst, erreichst du niemanden. (10 Marketing-Strategien für Autor:innen)
- Baue dir früh einen Newsletter auf, auch wenn du noch gar kein Buch hast. Ich habe meine „Glückspost“ einige Monate vor dem Erscheinen meines Romans gestartet und mir so die ersten rund 100 Abonnent:innen aufgebaut. (warum du einen Autoren-Newsletter brauchst)
- Biete ein kleines Freebie – eine Kurzgeschichte, ein Kapitel – als Anreiz für die Newsletter-Anmeldung.
- Schreib mindestens einmal im Monat einen Newsletter, mit echtem Mehrwert statt reiner Werbung.
- Richte dich an deine zukünftigen Leser:innen, nicht an andere Autor:innen. (Newsletter für die richtige Zielgruppe)
- Wähl EINE Social-Media-Plattform aus, auf der sich deine Zielgruppe befindet, und poste dort regelmäßig. (Social Media, aber strategisch)
- Zeige dein Autorinnenleben mit Höhen und Tiefen und gib Einblick in deinen Schreibprozess. Das müssen keine krassen Momente sein. Ich habe mal einen Instagram-Beitrag über das kreative Chaos auf meinem Schreibtisch geschrieben, der ging ab wie ein rotes Moped.
- Baue dir eine Website als digitale Visitenkarte mit Über-mich-Seite und Buchseite. Mache es am besten selbst, dann lernst du, wie du damit umgehst und kannst Änderungen schnell und unkompliziert umsetzen. Ich habe mich erst nach Monaten getraut, selbst in WordPress etwas zu ändern und gelernt, meine Website selbst zu verwalten.
- Erstelle einen Blog und nutze deine Blogartikel mehrfach als Futter für Social-Media-Content.
- Vernetze dich mit Autor:innen deines Genres und plant gemeinsame Aktionen.
- Bitte deine Leser:innen aktiv um Rezensionen und erinnere auch Freunde und Familie freundlich daran.
- Stell deinen Roman lokalen Buchhandlungen vor und organisiere Lesungen an Orten, die zu deiner Geschichte passen. Bei mir hat es keine fünf Minuten gedauert, bis die Buchhandlung in meiner Wahlheimat fünf Exemplare bestellt hat (nachdem ich mich wochenlang nicht getraut habe, dort nachzufragen). Und auf einem Ostermarkt in meinem Dorf (7000 Einwohner) habe ich in drei Stunden 24 Bücher verkauft.
99 Tipps und trotzdem bleibt einer der wichtigsten: Du musst diesen Weg nicht alleine gehen!
Ich bin da als Autorin selbst durch, mit allen Zweifeln, und begleite seit Jahren andere genau an den Punkten, an denen du gerade stehst. Wenn du das Gefühl hast, du drehst dich im Kreis und brauchst jemanden, der deine Geschichte wirklich versteht und dir ehrlich sagt, was sie noch braucht – ohne sie dir kaputtzumachen: Dann lass uns treffen. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam auf deinen Roman und welcher nächste Schritt für dich und dein Buch der richtige ist.
Ich freu mich auf dich und deine Geschichte. Book, book, hurra! 🔅

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Zu 100 Prozent nie. Hör mit dem Überarbeiten auf, sobald du nur noch Dinge hin- und heränderst, ohne dass es besser wird. Ein Blick von außen hilft dir, diesen Punkt zu erkennen.
Brauche ich als Selfpublisher:in wirklich ein Lektorat?
Wenn du willst, dass dein Roman die Leser:innen findet, für die du ihn geschrieben hast: ja. Ein Lektorat ist kein Korrektorat, sondern der Blick auf Dramaturgie, Struktur und Figuren. Laut Selfpublisher-Umfrage 2026 würden übrigens nur 17 Prozent das Lektorat einer KI überlassen.
Was kostet ein Roman-Lektorat?
Als Orientierung liegt eine Normseite oft zwischen 6 und 8 Euro. Was für deinen Roman sinnvoll ist, klärst du am besten in einem Probelektorat.
Sollte ich meinen Roman mit KI schreiben?
Als Werkzeug für Recherche oder festgefahrene Momente: Mit Bedacht, ja. Aber die Geschichte selbst solltest du schreiben – KI rechnet in Wahrscheinlichkeiten, und was berührt, ist selten das Wahrscheinliche.
Verlag oder Selfpublishing – was ist besser?
Das hängt von deinen Zielen ab. Selfpublishing gibt dir Kontrolle und höhere Tantiemen, der Verlag nimmt dir viele Dinge ab und bringt Struktur.

Book, book, hurra! Das ist mein Motto als zertifizierte Lektorin, Schreibcoach und Romanautorin. Ich bin davon überzeugt, dass gute Bücher die Welt ein Stückchen besser machen. Deshalb kann es nicht genug davon geben! Seit 2021 helfe ich Autor:innen mit Empathie und Leichtigkeit dabei, Romane zu schreiben, die berühren, mitreißen und im Gedächtnis bleiben. Denn ich möchte, dass noch mehr tolle Geschichten den Weg hinaus aus den Schubladen zu den Menschen finden, glücklich machen und den Alltag vergessen lassen. Wenn ich nicht lektoriere oder coache, schreibe ich selbst Romane und Kurzgeschichten, die von Familienbanden und Freundschaften erzählen, die Geheimnisse und Lügen entlarven und wo Liebe alles verändern kann.
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